Oberliga Westfalen - Aufstiegskampf

Beantragung der Regionalliga-Lizenz - so ist der Stand der Dinge

31.01.2021


Letzte Woche haben die Oberligisten die Bewerbungsunterlagen vom WDFV zugesandt bekommen. Wir haben eine Übersicht erstellt, wie zwei Monate vor Ablauf der Einreichungsfrist der Stand der Dinge bei den am aussichtsreichsten im Rennen liegenden Vereinen aussieht.

FC Gütersloh, Platz 1

Der Spitzenreiter ging verständlicherweise am offensivsten mit der Situation um und verkündete umgehend durch die Blume, dass die Lizenz beantragt wird. "Die Mannschaft hat uns eine tolle Vorlage gegeben. Wir werden natürlich gemeinsam mit unseren Sponsoren alles geben, um Regionalliga-Fußball in Gütersloh zu ermöglichen. Vier Jahre nach der Insolvenzkrise wissen wir, wo wir herkommen. Gemeinsam können wir das aber schaffen", hieß es von Seiten der Vorstandsmitglieder.

Unsere Einschätzung: Absolut richtig. Der FCG darf diese Chance nicht auslassen, wieder in die Spitze des westfälischen Amateurfußballs zu stoßen. 

Holzwickeder SC, Platz 2

Vom HSC, der aktuell für die kommende Saison noch ohne Trainer dasteht, kam die Aussage, dass man seinen Fußballern den Aufstieg ggf. ermöglichen möchte und die Angelegenheit gründlich prüfen wird.  

Unsere Einschätzung: Der HSC muss die Lizenz beantragen. Alles andere wäre bei der aktuell weißen Weste (6 Spiele, 6 Siege) kaum zu vertreten. Der Verein ist seit der Fusion im Jahre 2015 gesund gewachsen und kann den Aufstieg wagen.

Westfalia Rhynern, Platz 3

Bei der Westfalia laufen die Gedankenspiele zu einer möglichen Lizenzbeantragung erst an, teilte uns der Sportliche Leiter Andreas Kersting mit.

Unsere Einschätzung: Schon der Regionalliga-Ausflug 2017/18 war sportlich und finanziell ein Abenteuer. Für die vielen Risikospiele musste man in die 24nexx Arena des Lokalrivalen Hammer SpVg ausweichen. Aktuell läuft ein Stadionneubau im Hammer Stadtteil Rhynern. Wir glauben, dass der selbsternannte Dorfverein erst nach Fertigstellung wieder die Regionalliga ins Auge fasst.

TSG Sprockhövel, Platz 4

Leider haben wir auf unsere Anfrage keine Stellungnahme des Sportlichen Leiters Yakup Göksu erhalten.

Unsere Einschätzung: Nach dem sensationell guten Saisonstart wird man die Lizenz beantragen und versuchen, das kleine Aufstiegswunder aus der Saison 2016 zu wiederholen.

ASC 09 Dortmund, Platz 5

"Wir überlegen noch, ob es Sinn macht", so der Vorsitzende Michael Linke.

Unsere Einschätzung: Ein Aufstieg war nach der Verjüngung des Kaders überhaupt nicht geplant. Aber mittelfristig wird es nach den knapp verpassten Chancen in 2018 und 2019 wieder das Ziel werden. Warum also nicht sofort die Chance ergreifen? Die Lizenz wird bestimmt beantragt.

1. FC Kaan-Marienborn, Platz 6

Der Sportliche Leiter Jochen Trilling machte deutlich: "Ja, wir werden uns damit beschäftigen".

Unsere Einschätzung: Natürlich wird die Lizenz beantragt. Kaan hat in jüngster Vergangenheit (2018/19) schon Erfahrungen in der Regionalliga gesammelt und ist am Klassenerhalt nur haarscharf gescheitert. 

RSV Meinerzhagen, Platz 7

Alessandro Heep, Vorsitzender des Geschäftsausschusses, äußert sich klar: "Auch wenn der Spielbetrieb coronabedingt ruht, laufen die Vorbereitungen für die Saison 21/22 und dafür werden wir natürlich auch wieder einen Antrag für die Regionalliga-Lizenz stellen, so wie im letzten Jahr auch."

Unsere Einschätzung: Der letztjährige "Aufsteiger der Herzen" beantragt wie nicht anders erwartet die Lizenz, auch wenn der Saisonstart nicht optimal verlaufen ist. Noch ist alles möglich!

SG Wattenscheid 09, Platz 9

Sportvorstand Christian Pozo äußerte sich uns gegenüber ausführlich: "Wir werden uns bewerben, ich möchte aber ausdrücklich betonen, dass es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme handelt. Solange rechnerisch alles möglich ist, wollen wir für alle Fälle vorbereitet sein. Wir sehen uns da gegenüber der Mannschaft und auch dem Verein in der Verantwortung. In unserer Phase der Konsolidierung bzw. des Neuaufbaus war der Aufstieg nie unser Ziel und ist es auch jetzt nicht."

Unsere Einschätzung: Eine tolle Einstellung der Verantwortlichen. Für so einen Traditionsverein muss die Beantragung der Lizenz ein Muss sein, da die sportliche Lage auch nicht völlig aussichtslos erscheint.  

Beim erfolgreich gestarteten Aufsteiger SpVgg Vreden (Platz 8) haben wir von einer Anfrage abgesehen, da wir nicht glauben, dass ein Durchmarsch in Frage kommt. Der TuS Ennepetal (Platz 12) liegt vom Quotienten her gar nicht schlecht im Rennen, der Weg nach oben wäre aber hart und steinig. Das Thema Regionalliga war beim TuS in den letzten Jahren nie ein Tabu-Thema, sportlich hat es aber bei weitem nie gereicht, so dass auch noch nie die Lizenz beantragt wurde. Auch andere Vereine dürften nur geringe Chancen haben, in den verhältnismäßig wenigen Spielen bis zur 50%-Wertung auf Platz 1 oder 2 springen zu können. Die Sportfreunde Siegen (Platz 10) haben bekanntlich mit Tobias Cramer einen ambitionierten Trainer, in der laufenden Saison dürfte die Chance nach bereits zehn absolvierten Partien und nur 14 Zählern aber Richtung Null tendieren. Über allem dürfte wahrscheinlich zusätzlich noch die persönliche Abwägung schweben, wie sehr man glaubt, dass es im April tatsächlich zur Fortsetzung der Saison kommt.
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